Alles nach Plan

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zaglossus Verlag

Zusammenfassung zu “Alles nach Plan”

Anna ist 16. Höchste Zeit, zu einer „normalen Jugendlichen“ zu werden. Und so erstellt sie eine Liste mit sieben Punkten, die sie in einem Jahr abarbeiten möchte: „mit jemandem schlafen, mit Drogen experimentieren, die Party meines Lebens feiern, autostoppen, auf ein Open-Air-Festival fahren, Schule schwänzen und stattdessen etwas Aufregendes erleben, mich verlieben“. Doch die Umsetzung ist deutlich schwieriger als gedacht. Auf einer Party lernt Anna die extrovertierte Sängerin einer Punkband, Mona, kennen und entwickelt verwirrende Gefühle für sie. Ist Anna verliebt? Und was bedeutet sie für Mona, die so viele Menschen kennt und mit diesen vertraut ist?

In der Schule fühl sich Anna gleichzeitig zu ihrem neuen Mitschüler Ivan hingezogen, der Regeln missachtet, die Schule schwänzt und kifft. Ihre Drogenerfahrung kann Anna so zwar erweitern, aber trotzdem fühlt sich das „Normalsein“ nicht so an, wie sie es sich vorgestellt hat. Bei ihrer besten Freundin Isabel läuft alles viel einfacher: Ihr Schwarm Marek besucht sie und sie erlebt dank Annas liberaler Eltern einige verliebte Tage, von denen ihre eigenen Eltern nichts ahnen. Anna dagegen muss sich mit Monas unbeschwerter unverbindlicher Art sowie den Gesprächen und Blicken zwischen ihr und Ivan auseinandersetzen und sie muss feststellen, dass sich bestimmte Dinge nicht so gezielt planen lassen…

Wichtige Charaktere

  • Anna
  • Mona
  • Isabel
  • Ivan
  • Silvie
  • Annas Eltern

Zitate

„Ich wette, meine Eltern denken, wenn ich bei Isabell übernachte, bin ich in Wirklichkeit die ganze Nacht fort und mache die Lokale unsicher. Will es ihnen nur nicht sagen, weil sie sich sonst Sorgen machen würden. So, wie sie in meinem Alter das eben gemacht haben. Wenn sie wüssten, dass ich, wenn ich bei Isabel schlafe, wirklich bei Isabel schlafe und wir höchstens mal ins Kino gehen gemeinsam und dann aber ab nach Hause und immer vor Mitternacht ins Bett. Sie wären garantiert enttäuscht von mir. Deshalb erzähle ich ihnen auch nicht, was ich mit Isabel mache, und sie fragen nicht nach. Sie fragen nicht, weil sie denken, dass wir verbotene Dinge tun, und ich sage nichts, weil wir genau diese verbotenen Dinge nicht tun.“

„Immerhin habe ich mich geoutet, das ist toll. Das ist gut, das ist perfekt.
Das Problem ist nur, dass ich nicht weiß, ob ich die Wahrheit gesagt habe.
Bin ich tatsächlich in Mona verknallt?
Ich wäre einfach so gern wie sie. Möchte sie ständig in meiner Nähe haben, ihre Stimme hören, ihr Lachen. Doch, ich muss verknallt sein. So ist das doch, oder? Zumindest ist das, was ich Isabel gerade erzählt habe, näher an der Wahrheit dran als alles andere.“

Persönliche Bewertung

Gelungener Jugendroman, der Heteronormativität, Teenager- und Beziehungsklischees hinterfragt

5 von 5

In einer Zeit, in der die heterosexuelle Zweierbeziehung noch immer dominant die Vorstellungen der Allgemeinheit prägt und Liebesromane überwiegend Romanzen zwischen Mädchen/Frauen und Jungen/Männern thematisieren, bietet Elisabeth Etz‘ Buch ein wohltuendes Kontrastprogramm. Gleichzeitig überzeichnet die Autorin augenzwinkernd die Erwartungen, die an „normale“ Jugendliche gestellt werden bzw. sie sicherlich oft vor allem an sich selbst stellen. Was muss „man“ in einem bestimmten Alter erlebt haben? Welche Erfahrungen gehören zum Erwachsenwerden dazu? Kann man dieser Erfahrungen erzwingen?

Die Wahl von Anna als Ich-Erzählerin macht „Alles nach Plan“ vermutlich vor allem für Leserinnen in Annas Altersgruppe interessant. Die persönliche informelle Erzählweise mit Einblicken in Annas Gedanken- und Gefühlswelt lässt die Geschehnisse lebensnah und nachvollziehbar erscheinen. Im Zentrum steht zum einen Annas Versuch, ihre 7-Punkte-Liste abzuarbeiten, und zum anderen ihre Gefühlsverwirrung und Suche nach der eigenen Identität bzw. sexuellen Neigung. Die ungeplanten Gefühle für eine andere biologische Frau, die ihre Gefühle auf so unkonventionelle Weise zu erwidern scheint, sowie auf der anderen Seite die ebenso unklischeehafte Beziehung zu Ivan zeigen eine Bandbreite an zwischenmenschlichen Beziehungen mit romantischem Anklang, die abseits der gängigen Zweierbeziehung stehen. Damit eröffnen sie der Zielgruppe Alternativen, ohne dabei zu belehren oder das konventionelle Beziehungsmodell zu verdammen. Ein sehr erfreulicher Ansatz, der sicherlich auch im Unterricht als Schullektüre sinnvolle Anwendung finden kann.

Fazit

Was ist überhaupt „normal“? Was muss „man“ als JugendlicheR erlebt haben? Diesen und vielen weiteren Fragen geht Elisabeth Etz durch ihre Hauptfigur Anna nach. „Alles nach Plan“ regt zum Nachdenken an, hinterfragt gängige Konventionen und Geschlechterklischees. Als Unterrichtslektüre gut geeignet, ebenso für alle Jugendlichen, die selbst ein wenig unsicher sind und nach Alternativen zum Mainstream suchen.

ISBN10
3902902310
ISBN13
9783902902313
Dt. Erstveröffentlichung
2015
Broschierte Ausgabe
174 Seiten
Empfohlenes Lesealter
Ab 14 Jahren

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