Southern Reach Trilogie (3) – Akzeptanz

Autoren
Übersetzer
Michael Kellner
Verlag
Antje Kunstmann Verlag

Zusammenfassung zu “Southern Reach Trilogie (3) – Akzeptanz”

Area X, das unbewohnte Gebiet, in dem seit Jahren regelmäßig Expeditionsteilnehmer verschwinden, breitet sich weiter aus. DIe unsichtbare Grenze verschiebt sich und beeinflusst sogar Teile von Southern Reach. Control und „Ghostbird“, die aussieht wie die Biologin, aber dennoch nicht derselbe Mensch ist, sind unterwegs in Area X, um Antworten zu finden. Sie dringen immer tiefer vor und treffen auf seltsame und beunruhigende Phänomene. Als sie den Leuchtturm erreichen, der schon in vorherigen Expeditionen erwähnt wurde, erleben sie eine Überraschung und treffen eine längst verloren geglaubte Expeditionsteilnehmerin wieder…

Doch es gab eine Zeit vor Area X, an die sich einige noch erinnern. Zu dieser Zeit war der Leuchtturm kein solch verlassener unheimlicher Ort, sondern wurde von einem Leuchtturmwärter bewohnt. Er bekommt regelmäßig Besuch, zum Beispiel von seinem Liebhaber oder einem kleinen Mädchen, das später als erwachsene Frau eine wichtige Rolle in Southern Reach übernehmen wird. Doch wie kam es zu der bedrohlichen Einöde von Area X, wann begann die Natur, ein Eigenleben zu führen und Einfluss auf die Menschen in ihr zu nehmen?

Wichtige Charaktere

  • John Rodriguez, „Control“
  • „Ghostbird“
  • Saul Evans, der Leuchtturmwärter
  • Charlie
  • „Central“
  • Grace Stevenson
  • Mike Cheney
  • Henry und Suzanne
  • Lowry
  • Whitby
  • Gloria
  • die Direktorin
  • die Biologin

Zitate

„Aber es kam auch vor, dass andere Menschen dir ihr Licht schenkten, das nur noch zu flackern schien, kaum noch sichtbar, da niemand sich darum kümmerte. Weil sie zu viel gegeben und nichts für sich selbst zurückbehalten hatten.“

„Die Stufen waren kalt und die Wendeltreppe dunkel, aber er wollte kein Risiko eingehen und das Licht einschalten, falls die Eindringlinge oben auf ihn warteten. Im Zwischengeschoss schien schräg der Mond hinein, warf etwas Licht auf Stühle und den Tisch, die in seinem Schimmer wie Skelette unbekannter Lebewesen wirkten. Er hielt inne, lauschte. Von unten das sanfte Rauschen der Wellen, durchsetzt mit dem plötzlichen Flügelschlag der Fledermäuse, nah und dann ferner, während ihr Echolot sie von den Leuchtturmmauern fern hielt. Im Hintergrund hätte auch ein Summen zu hören sein sollen, eine Art Surren, aber das hörte er nicht. Was bedeutete, dass kein Lichtstrahl den Schiffen in zwanzig Meilen Umkreis den Weg wies.
Jetzt ging er so schnell wie möglich weiter, getrieben von einer Wut, die durch den Nebel seiner Schwäche schnitt, die auf Konfrontationskurs ging.“

Alle Bände der Southern Reach Trilogie

1. Auslöschung
2. Autorität
3. Akzeptanz

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Leseprobe
Special beim Verlag

Persönliche Bewertung

Abschluss einer außergewöhnlichen Utopie, die viele Fragen offen lässt

5 von 5

Nicht nur die bedrückenden unheimlichen Kulissen beeindrucken in diesem dritten Band, sondern vor allem auch die ungewöhnliche Erzählweise, die Lesern in Verbindung mit der anspruchsvollen Sprache einiges abverlangt. Erzählt wird aus unterschiedlichen Perspektiven und in unterschiedlichen Erzählformen und Zeiten: Das Buch gliedert sich in drei Teile mit jeweils mehreren Kapiteln. Während der erste und dritte Teil abwechselnd aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt werden, sind in Teil zwei alle Kapitel in Ich-Form aus Sicht der Biologin erzählt. Chronologisch sind die Ereignisse nach Band 1 angesiedelt, der Autor wählt hierfür die Vergangenheit als Zeitform.

Und dies zeigt auch exemplarisch die größte Herausforderung des Buches an seine Leser: Die zeitlichen Abläufe im Blick zu behalten, obwohl die gewählten Zeitformen dies nicht immer suggerieren. Saul, der Leuchtturmwärter erzählt beispielsweise durch einen personellen Erzähler aus der Vergangenheit, der Zeit vor Area X. Controls und Ghostbirds Kapitel sind ebenfalls in Vergangenheitsform verfasst und werden durch einen personellen Erzähler dem Leser nähergebracht, die Erlebnisse spielen sich jedoch im Area X der Gegenwart ab, chronologisch nach Band 2 einzuordnen. Die Kapitel aus Sicht der Direktorin dagegen sind in Du-Form geschrieben und erzählen von der Vergangenheit, ihrer Zeit als Direktorin, bevor sie verschwand und wie es dazu kam, sowie aus ihrer eigenen Vergangenheit vor Area X. Diese einzelnen Erzählstränge zusammenzubringen und den Überblick zu behalten, ist nicht einfach und erfordert zum einen Konzentration (keine leichte Urlaubslektüre!) sowie ein möglichst zusammenhängendes Lesen des Buches, um nicht den Anschluss zu verlieren.

Interessant sind auch hier wieder die Beziehungen zwischen den einzelnen Charakteren sowie deren Gedankenwelt und die Reaktionen, die sie auf die Bedrohungen durch Area X zeigen. (Und ganz am Rande ist erfreulich, wie selbstverständlich und unkonventionell der Autor dem Leuchtturmwärter einen männlichen Liebhaber zur Seite stellt.) Die Rolle einiger Nebencharaktere bleibt auch im Verlauf der Geschichte etwas rätselhaft, insgesamt hinterlässt die Reihe ein etwas diffuses Gefühl des Grauens bei gleichzeitiger Faszination.

„Akzeptanz“ ist mindestens genauso mysteriös wie seine Vorgänger und sollte nicht gelesen werden, ohne Band 1 und 2 zu kennen. Das Ende des Buches führt zwar einige Fäden zusammen, hinterlässt jedoch zu viele ungeklärte Sachverhalte, um wirklich als abgeschlossen gelten zu können. Ob man dies dem Buch übelnimmt, ist eine Frage des Geschmacks und der Erwartungshaltung an den dritten Band der Reihe.

Fazit

Wer erwartet, im letzten Band der Reihe alle offenen Fragen um Area X und die verschwundenen Expeditionen beantwortet zu bekommen, dürfte enttäuscht werden. „Akzeptanz“ passt mit seinen Mysterien gut ins Konzept der Reihe und besticht vor allem durch die ungewöhnliche Erzählweise und die faszinierend-grauenvolle Kulisse. Eine ungewöhnliche Lektüre für anspruchsvolle Freunde von Utopien.

Originaltitel
Acceptance
ISBN10
388897996X
ISBN13
9783888979965
Dt. Erstveröffentlichung
2015
Broschierte Ausgabe
336 Seiten

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