Abaton (3) – Im Bann der Freiheit

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mixtvision Verlag

Zusammenfassung zu “Abaton (3) – Im Bann der Freiheit”

Nachdem Linus ihnen die Flucht ermöglicht hat, werden Edda und Simon zu einer geheimen Plattform in der Nordsee gebracht, auf der eine Gruppe von Revolutionären daran arbeitet, die Pläne von GENE-SYS zu durchkreuzen. Die Hoffnung der Verbündeten liegt auf Edda und Simon und die kritische Masse, die die beiden mental begabten Jugendlichen gemeinsam mit dem in Berlin zurückgebliebenen Linus bilden können. Doch Linus ist weit weg, eine Verbindung zu ihm scheint unmöglich. Auch die Beziehung zwischen Edda und Simon, der noch immer in sie verliebt ist, wird zunehmend problematisch. Edda verliebt sich in einen der Aktivisten, Simon muss mit seiner Eifersucht fertig werden.

Linus, noch immer in Berlin, wacht in einem Krankenhaus auf, denn er wurde angeschossen. Langsam erkennt er die Wahrheit über seinen Zustand: Er ist gelähmt, in seinem Körper gefangen, kann sich nicht bewegen und nicht einmal sprechen. Doch GENE-SYS sucht weiter nach ihm, und es ist nur eine Frage der Zeit, bis sie ihn im Krankenhaus aufgespürt haben. Zum Glück gibt es ein Wiedersehen mit einem Verbündeten, der Linus dabei hilft, aus dem Krankenhaus zu fliehen, und sich bemüht, sich mit ihm zu verständigen. GENE-SYS ist ihnen auf den Fersen, doch Olsen glaubt ihnen, einen Schritt voraus zu sein…

Zitate

„‚Die Menschen werden merken, dass Wachstum keine Notwendigkeit ist, sondern ein Hirngespinst, an das die ganze Welt glaubt wie an einen Gott‘, sagte Gopal.“

„Die Lage drohte zu kippen. Schifter schaute auf die jungen Menschen. Sie waren bleich, und während viele ihrer Altersgenossen im Starbucks und auf Facebook abhingen oder ihre Karrieren in den Unternehmen planten, die sie hier bekämpften, hatten sie durchgehalten und sich mit ihm und Bixby für eine bessere Welt eingesetzt. Eine, die nicht vom Geld bestimmt war, die nicht Wachstum als Erfolg verkaufte, die nicht die Lebenszeit der Menschen verlangte, um am Leben zu bleiben, die die meisten Memschen durch ein System aus hohen Lebenskosten, ungerechten Steuern und niedrigen Einkommen versklavte.
Schifter spürte große Sympathie für diese jungen Menschen. Immer hatte es auf der Erde Leute wie sie gegeben und immer hatte sich nur durch ihren Einsatz etwas verändert. Nie waren es die träge Masse und Ja-Sager, die der Welt einen Fortschritt beschert hatten. Immer kämpfte sich das Bewusstsein durch die Trägheit, durch die Faulheit und die Angst an die Oberfläche. Wie oft hatte er diesen Kampf verfolgt, wie oft hatte er gesehen, dass Menschen dafür in den Tod gegangen waren, dass sie alles riskiert hatten, und niemals war er dieser Menschen müde geworden. Er spürte, wie ihn eine tiefe Liebe für die Menschen in diesem rostigen Raum erfüllte.“

„Simon hielt den Blick auf den Fluss gerichtet. Wenn er diese Menschen sah, fragte er sich, ob es wirklich wert war, sich für sie einzusetzen. Sogar sein Leben zu riskieren. War es richtig, ihnen die Augen zu öffnen? Vielleicht waren sie ja viel glücklicher so, wie sie waren. Wollten sie erkennen, dass sie selbst ihr Leben in der Hand hatten, dass sie es selbstbestimmt leben konnten, dass sie nicht jeder Mode und jedem Trend hinterherlaufen mussten, um sich zu spüren … dass sie dabei waren, alle Freiheit ohne Not an den Staat und die globalen Konzerne abzugeben.“

Alle Bände der Abaton-Trilogie

1. Vom Ende der Angst
2. Die Verlockung des Bösen
3. Im Bann der Freiheit

Trailer zum Buch

Links

Website zur Reihe
Leseprobe (PDF) von der Website

Persönliche Bewertung

Der atemberaubende Abschluss der 'Abaton'-Trilogie

5 von 5

„Im Bann der Freiheit“ ist der dritte und letzte Band der „Abaton“-Reihe. Dank der sehr komplexen Handlung sollte dieser Band nicht ohne Vorgänger gelesen werden. Wer die beiden Bände direkt hintereinander liest, freut sich über den nahtlosen Anschluss des dritten an den zweiten Band. Auch in diesem Abschluss der Reihe wirkt die Handlung sehr durchdacht und beeindruckend durchgeplant, nichts scheint ohne Grund zu passieren, die Fäden verknüpfen sich alle im letzten Band, doch ist wenig vorhersehbar. Die Geschichte besticht durch ihre rasanten Sequenzen und erinnert an ein Drehbuch für einen actionreichen Abenteuerfilm. Die Zeitsprünge und verschiedenen Perspektiven sorgen dafür, dass „Im Bann der Freiheit“ wie seine beiden Vorgänger keine seichte Feierabendlektüre ist, sondern ein anspruchsvoll geschriebener und erzählter Jugendroman, der auch für Erwachsene zu empfehlen ist.

Ein Grund hierfür ist die wissenschaftliche Grundlage der Geschichte: Die Massenhypnose, die Kontrolle von Menschen und ihre Gedanken und Handlungen durch bestimmte Frequenzen (wer sich damit beschäftigt, stellt schnell fest, dass dies realer ist als es auf den ersten Blick scheinen mag). Insgesamt erscheint „Abaton“ weniger als Dystopie als vielmehr wie eine reale, wenn auch möglicherweise überspitzte Geschichte. Schließlich ist die Manipulation der Massen durch Werbung, durch psychologische Tricks, Tagesgeschäft. Auch die Verknüpfung von Wirtschaft und Politik, den Lobbyismus und die Macht der Großkonzerne, an der im Buch Kritik geübt wird, wird kaum ein informierter Leser bestreiten.

Eine weitere Stärke dieses dritten Bandes sind die tiefschürfenden Charakterstudien, die die Autoren von ihren Hauptfiguren erstellen. Auch wenn Linus‘ Entwicklung etwas abstrakt und schwer greifbar scheinen mag, sehr realistisch ist die Beschreibung seiner Erkenntnisse über sich selbst. Ein Beispiel hierfür ist die Selbsttäuschung, derer er sich als Schutzmaßnahme bediente, um sich nicht damit konfrontieren zu müssen, warum seine Eltern keine Zeit für ihn hatten, warum er keine Freunde hatte, warum sich Mädchen nicht für ihn interessierten.

Bemerkenswert ist, wie die Geschichte aus unterschiedlichen Blickwinkeln erzählt wird, sodass Leser Einblick in verschiedene Charaktere, sowohl „Gut“ als auch „Böse“ erhalten. Zum Beispiel in Eddas Hoffnungen in ihren Schwarm und ihre enttäuschten Illusionen, als sich dieser als recht weltfremder, fast fanatischer Charakter entpuppt. Auch bissige Charaktere kommen zu Wort: Ihnen voran Birdsdale, eine geniale Wissenschaftlerin, die ganz früh morgens in den Fitnessbereich des Hotels geht, um allein zu sein: „Kein dummes Gequatsche irgendwelcher Fitness-Schnepfen, die sich aus Langeweile nur um ihre Körper kümmerten und das Hirn zur Brache verkommen ließen.“ (S. 93)

Zuletzt besticht neben dem sehr anspruchsvollen Schreibstil, der tiefgründigen psychologischen Charakterisierung verschiedener Figuren und der brillianten Geschichte auch das außergewöhnliche grafische Design des Buchs, das ebenso hypnotisch wie modern wirkt und gut in die Atmosphäre der Geschichte passt. Möchte man wirklich etwas kritisieren, so könnte man anmerken, dass das Ende etwas klischeehaft wirkt. Sicherlich ist dies auch Geschmackssache, doch nach dem sehr kritischen Buch mit vielen alternativen Gedanken fällt das Ende auf der letzten Seite etwas ab.

Fazit

Der dritte Band bringt die „Abaton“-Trilogie zu einem würdigen Abschluss. Fulminant, intelligent, beklemmend aber dennoch nicht hoffnungslos.

ISBN10
3939435686
ISBN13
9783939435686
Dt. Erstveröffentlichung
2013
Gebundene Ausgabe
400 Seiten
Empfohlenes Lesealter
Ab 14 Jahren